Ulrike Guggenberger anlässlich En Face, kunstraum pro arte,  2009

 

Männer und Frauen sind verschieden


24/03/09 Im Dialog mit einem bildhaften Gegenüber erlebt der Besucher im kunstraum pro arte in Hallein spannende Momente des Erkennens. Elisabeth Schmirl und Stefan Heizinger präsentieren sich in dieser Ausstellung mit ihrer Reihe portraitierter Personen. Das reizvolle Wechselspiel unterschiedlicher Auffassungen der beiden Künstler vermag im Rezipienten tief sitzende Assoziationen hervorzulocken.


Elisabeth Schmirl und Stefan Heizinger sind einander als Person vertraut, malen Wand an Wand nebeneinander, tauschen sich über ihren unterschiedlichen Zugang zur Welt aus. In ihrer beider Arbeit steht der Mensch im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Auseinandersetzung. Hier stellen sie zum ersten Mal gemeinsam ihr malerisches Werk der Öffentlichkeit vor. Sie scheinen jedoch ihre Umgebung sehr verschieden wahrzunehmen, der einen und des anderen Blick fällt jeweils auf andere Inhalte, andere Details, andere Repräsentationen.


Elisabeth Schmirl konzentriert sich in ihren Portraits auf Augenblicke stiller Tagträumereien, auf ein Gefühl von Unbeobachtet sein, wählt helle Farben, kleine Formate, nähert sich behutsam an ihre meist weiblichen Modelle unterschiedlicher Ethnien an. Anders die großformatigen Bildtafeln Stefan Heizingers. Von einem sehr präsenten männlichen Akt abgesehen beobachtet er Gesprächssituationen, Zusammenkünfte von Männern, herausfordernde Blicke. Schwere Mischfarben, ein dunkler, unbestimmter Malhintergrund; sich verlaufende, verwischende Farbflecken verweisen auf einen provokanten Inhalt.


Diese gegensätzliche personbezogene Auffassung Elisabeth Schmirls und Stefan Heizingers findet nach außen in der Hängung der Arbeiten ihren allegorischen Ausdruck. So kommt es, dass ein Pulk nach vorne puschender Männer solitär gehängten Frauenbildnissen „enface“ gegenüber hängt. Die mutige Begegnung der Protagonisten passiert nicht allein zwischen den beiden Künstlern, sondern zieht den Betrachter mit hinein, er steht ebenfalls „enface“ zur Geschichte, die die beiden erzählen. Eine Geschichte, die zunächst nur sie selbst betrifft, aber in ihrer Bedeutung über das Persönliche hinausreicht. Eine am Boden befindliche Installation in einem der Ausstellungsräume erweitert die Erzählung auf einen abstrahierten möglichen Wohnschauplatz.